Die Arcade: 20 Minispiele und ein rausgeworfener Browser
- Marcel Dütscher
- 24. Juni
- 1 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
In unseren Raumstationen stehen Arcade-Automaten. Setzt man sich dran, kann man 20 kleine Minispiele spielen — Geschicklichkeit, Knobelei, Highscore-Jagd. Warum steckt so etwas in einem Weltraum-Survival-Spiel? Und was hat ein kompletter Webbrowser damit zu tun? Eine kleine Geschichte über Umwege.
Warum überhaupt Minispiele? Weil Spielhallen zu Raumstationen gehören wie Neonlicht — und weil ein Kind, das eine Pause vom Überleben braucht, im Spiel bleiben kann statt zum Tablet zu greifen. Die Automaten belohnen neue Bestleistungen sogar mit Kleinigkeiten fürs Hauptspiel. Familienspieltauglichkeit heißt manchmal: eingebaute Pause.
Der Umweg. Die erste Version der Arcade war ein Trick: Die Minispiele waren kleine Web-Spiele, und das Spiel bündelte einen kompletten eingebetteten Browser — ein zweites Chromium, versteckt im Inneren —, nur um sie und das Wiki anzuzeigen. Es funktionierte. Aber es war schwer: größerer Download, mehr Speicherverbrauch, spürbare Ladezeit an jedem Automaten.
Der Rauswurf. Irgendwann fiel die Entscheidung: Der Browser fliegt raus. Alle 20 Minispiele wurden auf eine kleine, selbstgebaute 2D-Engine im Spiel selbst portiert, das Wiki gleich mit. Wochen Arbeit für etwas, das hinterher genauso aussieht wie vorher — die undankbarste Sorte Aufgabe.
Bis zum Testabend. Justus setzte sich an einen Automaten und sagte: „Die gehen ja jetzt sofort auf!"
Das ist der Satz, für den man solche Umbauten macht. Kein neues Feature, kein neuer Inhalt — nur ein Spiel, das plötzlich leichter, schneller und ehrlicher ist. Manchmal ist das beste Feature das Kilo, das man dem Spiel abnimmt.
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