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Ein Monat Schul-AG: sechs Planeten, sechs Kreaturen, zwei Riesenpflanzen – und eine Tür 🎒🌈

Autorenbild: Marcel Dütscher
Marcel Dütscher
vor 24 Stunden
5 Min. Lesezeit

2. Oktober 2026


Vor einem Monat, am 2. September, saßen wir zum ersten Mal mit unserer Spieleentwicklungs-AG im Computerraum der KuBa West. An diesem Abend haben wir zwei Dinge versprochen: Jedes Kind bekommt eine Antwort auf seinen Vorschlag. Und wer etwas beiträgt, das ins Spiel wandert, steht in den Credits. Zeit, einmal nachzuzählen, was aus diesem Versprechen geworden ist. Kurz gesagt: ziemlich viel. 😄


Am Anfang standen ehrliche Fehlerberichte. Am ersten Abend haben die Kinder einfach gespielt – im Browser, auf Rechnern, die nicht immer mitspielen wollten – und danach aufgeschrieben, was sie gestört hat. Ben, Marie und Nikita haben ihre Beobachtungen ins Spiel getippt, auf Zettel geschrieben oder uns einfach erzählt, und schon das Update am nächsten Tag war voll davon. Seitdem lassen sich Titanen scannen, an Blockkanten blitzen keine Lichtschlitze mehr durch, die Kamera schaut nicht mehr durch Wände, die Tage sind spürbar heller, und im Cockpit startet ihr das Schiff einfach mit E. Marie dachte, sie wäre gestorben – dabei hatte das Spiel sie nur in Sicherheit gebracht und dann acht Sekunden lang nichts angezeigt. Jetzt geht es nach einer Sekunde weiter, und ein Hinweis sagt euch, was gerade passiert. Ben wollte wissen, wofür das Bett eigentlich gut ist – jetzt sagt es euch das Spiel. In der zweiten Woche hat Paul gemeldet, dass man im eigenen Schiff eingeklemmt festsitzen konnte, und später fand Nikita im Browser einen weißen Boden, durch den man einfach hindurchfiel. Beides ist behoben. Und Noah hat einen ganzen Abend lang einen Rechner nach dem anderen ausprobiert, bis einer lief. Das steht in keinem Fehlerbericht, gehört aber genauso dazu – deshalb steht auch Noah in den Credits.


Dann kamen die Ideen. Am zweiten Mittwoch wollten wir gemeinsam Tiere und Pflanzen erfinden. Die Kinder haben gleich ganze Planeten mitgebracht. Drei Tage später waren sie im Spiel:

  • Sophies Regenbogenplanet ist fast nur Meer: Wasser in allen Farben des Regenbogens, bis hinunter auf den Grund, Unterwasserwälder, ein Meeresboden aus Sand, in dem ihr graben könnt, und Inseln, an deren Unterseite Pflanzen ins Wasser hängen. Beim ersten Test hingen diese Inseln allerdings am Himmel. Gemeint waren Inseln, die auf dem Meer schwimmen. Also noch einmal ran. 😅 Genau deshalb üben wir in der AG, Ideen so genau wie möglich zu beschreiben – und nachzufragen, wenn etwas nicht passt.

  • Daimiens Blumenplanet hat keinen einzigen Baum, nur Blumenfelder in allen Farben – und genau eine Kreatur: das Blümling, eine laufende Blume mit einer großen Blüte als Kopf. Es lächelt, solange ihr den Planeten in Ruhe lasst, und bringt geduldigen Besuchern Beeren. Wer vor seinen Augen etwas abbaut, sieht, wie aus dem Lächeln ein Maul voller Zähne wird. Kleines Geständnis: Zwei Wochen lang steckte das Gesicht des Blümlings im Inneren seines Kopfes, und niemand konnte Lächeln oder Zähne sehen. Inzwischen grinst es so, wie Daimien es sich ausgedacht hat.

  • Bens Gaming-Planet besteht aus grünen Hügeln voller Höhlen. Überall liegen Gaming-PCs, Monitore, Tastaturen und Mäuse herum, und irgendwo ragen ein Monitor, eine Tastatur, eine Maus und ein PC-Tower so groß wie Berge aus der Landschaft. Die erste Fassung sah eher aus wie eine Wiese mit ein paar Rechnern drauf. Jetzt ist es eindeutig ein Gaming-Planet. 🖥️

  • Lenas Leni lebt nur auf Schnee und Eis: halb Hund, halb Bär, mit weißem, zotteligem Fell und ohne Schwanz, friedlich und immer zu zweit unterwegs. Lenas zweite Idee ist die Paul-Blume – eine Blume so groß wie ein Baum, mit blaugrünen Blättern, die größer sind als ihr. Wunderschön, aber giftig.

  • Dazu kamen zwei Ideen der ganzen Gruppe: ein Schrottplanet, auf dem beim Abbauen Zufallsfunde aus dem Schrott fallen, und Wasser in allen Farben. Jede neue Welt mit einem Meer würfelt jetzt ihre eigene Wasserfarbe, und der Regen macht mit, bis zu den Tropfen auf eurem Visier. 💧

Tiere, so groß wie Hochhäuser. Ein Wunsch kam in der AG immer wieder: richtig riesige Tiere. Ein Vierbeiner, so hoch wie ein Hochhaus, und ein Sandwurm, der jeden Schritt im Sand hört und plötzlich aus den Dünen bricht. Daraus wurden der Koloss mit vierzig bis sechzig Blöcken Höhe, der Sandwurm, eine ganz neue Art von Planet – das Sandmeer – und der Klopfer, mit dem ihr den Wurm anlocken könnt. 🐛


Die nächste Runde: Arbeitsblätter. Danach haben die Kinder ihre Ideen auf unseren Arbeitsblättern ausgearbeitet: mit Namen, Farben, Verhalten und allem, was dazugehört. Drei davon sind seit Version 2026.9.18 im Spiel:

  • Theos Arena Nigra ist ein schwarzer Planet, den es höchstens einmal pro Galaxie gibt. Ein Meer aus schwarzem Sand, Felsnadeln aus Basalt, ein roter Himmel mit schwarzen Wolken, Aschestürme, Lava in den Schluchten – und drei rot-schwarze Sandwürmer, die Ignivermis. Sie fressen die Tiere, die über den Sand laufen. Theos Idee hat sogar die anderen Würmer verändert: Auf allen neuen Sandmeer-Welten jagen die Sandwürmer jetzt Tiere, und eine Sirene auf dem Sand lockt sie an.

  • Sophies Fifipflanze ist so groß wie ein Baum, mit grünem Stamm, gelben Blättern und pinken Blüten, die leuchten und nachts ihre ganze Umgebung hell machen. Ihre Beeren sind immer essbar und wachsen nach zwei Minuten nach. Ihr findet sie in kleinen Hainen auf jeder grünen Welt. 🌸

  • Paul und Bens Mini-Michi-Paul ist kniehoch, gelb, hat einen großen Kopf und zwei Arme. Mini-Michi-Pauls sind im Schwarm unterwegs und betteln um Futter, und ihr Ruf klingt verdächtig nach „meins, meins!“. Mit zwei Bananen könnt ihr einen zähmen. Für ihn haben wir einen ganz neuen Körperbau ins Spiel gebracht, den Zweibeiner, und den können jetzt auch die zufällig erzeugten Tiere anderer Welten bekommen. Mini-Michi-Pauls leben auf tropischen Welten – und auf Sophies Regenbogenplaneten. Dort treffen sich zwei AG-Ideen. 🍌🌈

Und dann war da noch eine Tür. Am vergangenen Mittwoch hat Daimien im Browser ein Haus auf einer Blumenwelt gebaut, eine Tür eingehängt und gemeldet: „Die Tür geht nicht auf.“ Dahinter steckten gleich drei Fehler, und dazu kam, dass das Spiel nie erklärt hat, wie Türen überhaupt aufgehen. Ein Satz, vier Fixes – seit Version 2026.10.1 im Spiel. Danke, Daimien! 🚪


Was die Ideen sonst noch bewegt haben. Die Kinder haben nicht nur neue Dinge ins Spiel gebracht, sie haben das Spiel selbst wachsen lassen. Damit Leni und das Blümling auf jeder Welt gleich aussehen, gibt es jetzt neben den zufällig erzeugten Tieren auch fest entworfene. Darauf bauen inzwischen auch Mini-Michi-Paul und die Ignivermis auf. Wasser hat seine eigene Farbe, Würmer gehen auf die Jagd, und Tiere können auf zwei Beinen laufen. Und in den Credits hat die AG ihren eigenen Block, in allen 14 Sprachen: Ben, Daimien, Lena, Marie, Nikita, Noah, Paul, Sophie und Theo. 🎓


Wie das bei uns abläuft. Nicht jede Idee wandert eins zu eins ins Spiel. Bei manchen fragen wir nach, manche bauen wir erst einmal allgemein – die Riesen gab es zuerst als zufällig erzeugte Tiere, Theos Wurm kam danach –, und wenn etwas nicht passt, sagen wir, warum. Der Weg ist immer derselbe: Die Kinder beschreiben ihre Idee, ich übersetze sie in einen genauen Arbeitsauftrag für unsere KI, Justus testet, ob es sich gut anfühlt, und in der AG schauen die Kinder selbst nach, ob es so geworden ist, wie sie es sich vorgestellt haben.


Wo ihr das alles findet. Alles Neue gibt es in neuen Welten – eure bisherigen Spielstände bleiben, wie sie sind. Manche Planeten sind selten: Den Regenbogenplaneten und den Schrottplaneten trefft ihr nicht in jedem Sternsystem, und Arena Nigra gibt es höchstens einmal pro Galaxie. Die Fifipflanze dagegen wächst auf jeder grünen Welt, und Leni findet ihr zu zweit auf Eis und Schnee. Viel Spaß beim Suchen! 🔭


Danke an alle Kinder der AG – und alle an der KuBa, die diese AG mit möglich machen! Wer noch dazukommen möchte: Die AG steht allen Klassenstufen offen, alle Infos gibt es auf unserer AG-Seite. Bis Mittwoch, nach den Herbstferien! 🌟


Justus, Verena und Marcel

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